Wie ich den Kastanien beim Sterben zu sah
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Es
wird Herbst, die Luft wird frischer, die Natur verfärbt ihre Blätter, so auch
die Kastanien vor meinem Fenster. Alt und stolz und gleichzeitig schwach und
krank. Seit einiger Zeit sind die Kastanienbäume in meiner Heimatstadt Hamburg
krank. Das macht mich traurig. Nichts ist verlässlicher als die Kastanie vor
meinem Fenster, die ihre Früchte abschmeißt, wenn der Sommer sich dem Ende
neigt. Kinder und Erwachsene bleiben gleichermaßen stehen um sich die schönste
unter ihnen auszuwählen. Ich kann sie nur zu gut verstehen. Ich liebe das
Gefühl, dass eine frische Kastanie in meiner Handfläche hinterlässt. Das
glatte, seidige und glänzende Gefühl beruhigt mich. Es macht mir Freude die
Kastanie durch die Hände gleiten zu lassen und einen Moment nur dieses Gefühl
zu haben. Keine Sorgen, keine Gedanken. Erinnerungen an meine Kindheit, als ich
mit meinem Opa und altertümlichen Werkzeug Kastanienfiguren gebastelt habe.
Tiere und Menschen, Fantasie und Realität.
Ich
zwinge mich zurück ins hier und jetzt. Ich sitze an meinem Fenster und schüttle
leicht mit dem Kopf, wenn ich an den Sommer denke.