Mittwoch, 8. April 2015

18

Und wenn ich denke, ich hätte die Dämonen besiegt, dann überfallen sie mich hinterlistig. Hinterrücks angeschossen, schleppe ich mich in mein Bett. Ziehe die Decke über den Kopf und leide. Leide wie ich es schon lang nich mehr getan habe. Denke an Zeiten die so viel schöner waren. Suche nach Wärme und Liebe die da mal waren. Nur schwer kann ich mich erinnern. Jeder Gedanke wie ein Messerstich. “Stiche im Bauch" Die Angst nicht mehr fühlen zu können überfällt mich eiskalt; ohne Vorwarnung steht sie vor mir und lacht mir ins Gesicht.

Keine Kraft ihr entgegenzutreten. Aus dem Schatten zu Treten. Der Kälte den Rücken zu kehren.

Müde. So unendlich müde. Noch immer auf der Suche. Suche nicht sagen die Stimmen. Wer suchet der findet nicht. Was sich fügen soll, das fügt sich.

Einen Scheiß fügt sich was. Keine Zeit heilt die Wunden. Mein Herz ist ein kleiner hässlicher Klumpen. Vernarbt. Verstorben?

Mittwoch, 4. Februar 2015

17

Ich halte mein Handy in der Hand, tränenüberströmt versuche ich durch den Schleier den richtigen Chat zu finden; muss fest stellen, dass du schon viel zu weit nach unten gerutscht bist; das liegt leider nicht an mir, sondern an den Antworten die seit so langer Zeit ausstehen.


Weltuntergang in meinem Kopf. Allein. Einsam. Die Gefühle überwältigen mich und ich bin gefangen mittendrin in dem Wahnsinn.


Ich habe den Link schon kopiert, in das Fenster eingefügt, nur eine Berührung trennt mich davon meine tiefsten Empfindungen mit Dir zu teilen; den Dämonen Gesichter zu verpassen.


Ich lese noch einmal jedes Wort, dass ich bisher geschrieben habe und fühle mich plötzlich gar nicht mehr wohl damit Dir diese Bürde aufzuerlegen. Das ist nicht meine Entscheidung Dich damit zu belasten; zu Mal ich mir sicher bin, dass Du selbst nach dieser Offenbarung nicht ein Wort für mich übrig hättest.


Ich fühle mich klein. So klein und allein. Die Welt stürzt über mich ein. Meine Tränen spülen mich fort in eine traumlose Welt.



Dienstag, 3. Februar 2015

16

Dass Du eine Familie hast, habe ich die ganze Zeit im Hinterkopf, mal verschwindet der Gedanke an Deinen kleinen Sohn, das Haus und Deine Frau ganz. Dann im nächsten Moment ist der Gedanke so präsent, reißt mich aus dem hier und jetzt, stürzt mich in ein tiefes Loch. Eine Woche habe ich die Zeit mit Dir genossen. Wir haben geflirtet, geneckt, gelacht.


Stets gewarnt von der kleinen gerechten Stimme in meinem Kopf, dass das nur ein Vergnügen auf Zeit ist. Keine Nähe, kein Körperkontakt und doch ist die Sehnsucht danach kaum messbar.


Und dann trifft mich der Satz, den Du so beiläufig da hin sagst mitten ins Herz. Du möchtest früher los um früher bei Deiner Familie zu sein.


Die Seifenblase zerplatzt, ich lande hart auf dem rauen Boden der Tatsachen. Die Realität lacht mir laut und dreckig ins Gesicht! Die Laune im Keller. Die Tränen im Anschlag. Vorbei die Leichtigkeit die mich diese Woche beschwingt hat.

Mittwoch, 7. Januar 2015

15

In letzter Zeit ist es wieder ganz verquer mit mir und meinem Gefühlschaos. Ganz bewusst kann ich nicht von einer Gefühlswelt reden; weil die Welten in denen ich mich bewege, sind Sphären und Galaxien fernab von jeder Normalität. Vielleicht erblicke ich bald endlich das schwarze Loch; dass dann alles einfach einsaugt und in irgendeinem Paralleluniversum wieder ausspuckt.


Eine Bergetappe bei der Tour de France ist nichts im Vergleich zu meinem rasanten Bergauf und Bergab in Kopf und Herz.


Liebend gerne würde ich Kopf und Herz von einander trennen, aber dem ist ja leider nicht so leicht. Gerade sitze ich schmunzelnd über der Tastatur, dass ist mir auch schon lange nicht mehr passiert. Die letzten Male waren es dicke Krokodilstränen die meinen Gedanken hinterher flossen.


Ist das jetzt ein gutes Zeichen? Oder kann ich mich selbst nicht mehr Ernst nehmen? Ich weiß es nicht. Die Männer und ich. Ich und die Männer. Eine Episode folgt der Anderen. Mal Seifenoper, manchmal Komödie, oft Tragödie.

Dienstag, 23. Dezember 2014

14


Seit einiger Zeit sitzt mir ein Kloß im Hals. Ein Kloß der sich einfach nicht mehr runter schlucken lässt. Gepaart mit feuchten, rot umrandeten Augen. Kein schönes Gefühl. Erst Recht kein schöner Anblick. In mir herrscht ein herrliches durcheinander. Mal wieder. Oder immer noch? Ich mag das nicht mehr bewerten. Bin einfach so wie ich bin. Leide heimlich. Leide still.

Nach Außen immer perfekt. Geradezu adrett. Mit viel Witz und Charme wickle ich meine Gegenüber schnell um den Finger. Ein Lächeln hier, ein lautes auflachen da, mein Publikum liegt mir zu Füßen. Jedes Mal aufs Neue lasse ich mich für meine Darbietung beklatschen. Genieße den Mittelpunkt. Sonne mich der Aufmerksamkeit die mir zu Teil wird. Fühle mich einen kurzen Moment vollkommen. Und doch nicht ganz. Wenn der Vorhang fällt. Eine dumpfe Stille empfängt mich. Mit dem Vorhang fällt auch meine eiserne Maske.

Kaltes schwarzes Wasser, mischt sich mit heißen, salzigen Tränen. Leises Schluchzen. Gutes Zureden. Lautes Ausatmen. Ein Stöhnen entfleucht meinen Lungen.

Kraftlos schlurfe ich Richtung Bett. Einsam liege ich da in der Dunkelheit. Meine Gedanken  zwingen mich in einen unruhigen Schlaf. Kurz bevor ich in die Welt der Träume gleite, der Moment in dem das Gehirn nicht mehr in der Lage ist Traum und Wirklichkeit auseinander zu halten; da sehe ich Dich. Mich in Deinem Arm. An dem schönsten Platz der Welt. Bevor ich endgültig einschlafe wird mir ganz wohlig und warm. Ein Gefühl nach dem ich mich schon so lange sehne.

Jahresenddepression

Neues Wort gelernt: Jahresenddepression. Ich glaube da befinde ich mich auch. Oder ich hoffe, dass es nur das ist...